Friedhofreglement


Römisch-Katholische Kirchgemeinde Galgenen

Friedhofreglement vom 6. Juni 1993

I. Friedhof


Art. 1 

1  Der Friedhof bei der Pfarrkirche St. Martin in Galgenen ist der Friedhof der römisch-katholischen Kirchgemeinde Galgenen. Darauf können Einwohner der Gemeinde Galgenen und Auswärtige, die in der Gemeinde verstorben sind und in der eigenen Wohngemeinde nur mit besonders hohem Aufwand bestattet werden könnten oder die zur Kirchgemeinde Galgenen in einer näheren Beziehung standen, beigesetzt werden. Die Beisetzung Letzterer bedarf der ausdrücklichen Bewilligung des Kirchenrates.
2  Der Friedhof umfasst die Grabstätten, die Friedhofhalle und die dazugehörenden Anlagen.
3  Er ist Eigentum der Pfarrkirchenstiftung der römisch-katholischen Kirchgemeinde Galgenen.


II. Aufsicht und Verwaltung


Art. 2

1  Die Aufsicht über den Friedhof und das Bestattungswesen obliegt dem Kirchenrat.
2  Die Verwaltung des Friedhofs wird durch eine vom Kirchenrat auf vier Jahre gewählte Friedhofkommission ausgeübt.
3  Die Friedhofkommission besteht aus mindestens drei Mitgliedern und wird von einem Mitglied des Kirchenrates präsidiert. Sie führt das Gräberverzeichnis, besorgt das Rechnungswesen, und erstattet dem Kirchenrat Bericht und Antrag.
4  Der Kirchenrat wählt den Totengräber und den Friedhofgärtner sowie deren Stellvertreter.



III. Aufbahrungsstelle

 
Art. 3

Die in der Gemeinde Galgenen Verstorbenen sowie die Auswärtigen, deren Bestattung auf dem Friedhof der Kirchgemeinde Galgenen stattfindet, werden in der Friedhofhalle aufgebahrt.


IV. Friedhofordnung


Art. 4

1  Der Friedhof ist eingeteilt in:
a) Einzelgräber für Priester
b) Doppelgräber
c) Einzelgräber für Erwachsene und Kinder über sechs Jahre
d) Einzelgräber für Kinder bis sechs Jahre
e) Urnengräber
f ) Urnennischen
g) Gemeinschaftsgrab
h) Anonymgrab im Gemeinschaftsgrab

2  Urnen können in Gräbern bereits verstorbener nahe stehender Personen beigesetzt werden.
 
Art. 5

1  Die Zuweisung der Grabstätten erfolgt durch die Friedhofkommission.
2  Es werden nur noch die in Art. 4 Abs. 1 genannten Gräberarten bewilligt.

Art. 6

Die Gräber haben folgende Tiefen aufzuweisen:
a) Bei Erdbestattung mindestens 120 cm.
b) Bei Urnenbestattung mindestens 60 cm.

Art. 7

Zwischen den einzelnen Grabstätten muss ein Zwischenraum von 30 cm bestehen.

Art. 8

1  Die Grabeinfassungen sind auf folgende Masse beschränkt:
a) Einzelgräber     165 cm x 70 cm
b) Doppelgräber     165 cm x 170 cm
c) Gräber für Kinder bis sechs Jahre und Urnengräber 100 cm x 70 cm
2  Die Höhe der Grabeinfassungen darf 20 cm nicht übersteigen.

Art. 9

1  Jedes Grab muss mit Namen, Vornamen, Geburts- und Sterbejahr des Verstorbenen (ausgenommen Anonymgräber) bezeichnet und mit einem dauernden Grabmal versehen werden. Es hat handwerkliche Bearbeitung aufzuweisen und muss sich ins Gesamtbild des Friedhofs einordnen. Nicht gestattet ist die Verwendung von Kunststoffen und Kunststeinen.
2  Bei Urnennischen ist die Beschriftung einzugravieren. Wird diese bemalt, so sind nur graue und braune Lasuren zulässig.
3  Die Grabmäler sollen nicht früher als zehn Monate nach der Bestattung aufgestellt werden. Bei Urnengräbern nicht früher als drei Monate.
4  Für die Grabmäler gelten folgende Masse:
a) Einzelgräber:     Höhe 90 - 120 cm
b) Doppelgräber:     Höhe 80 - 110 cm
Breite maximal 135 cm


c) Gräber für Kinder bis sechs Jahre und Urnengräber:
Höhe 70 - 100 cm
5  Kruzifixe und Stelen dürfen die Gesamthöhe von 130 cm nicht übersteigen.
6  Festverankerte Weihwasserbehälter und Laternen dürfen die Grabeinfassungen um maximal 20 cm überragen.
7  Es dürfen höchstens zwei GrabsteIlen als Einheit mit Denkmal und Einfassung versehen werden.
8  Die Grabmäler sind in Linie und gemäss Friedhofplan zu setzen.

Art. 10

1  Die Grabesruhe beträgt bei Erdbestattungen 20 Jahre und bei Urnenbestattungen 10 Jahre.
2  Nach Ablauf der Grabesruhe kann der Kirchenrat auf Antrag der Friedhofkommission das Grab aufheben. Die Friedhofkommission benachrichtigt die Angehörigen mit der Aufforderung, die Grabstätte innert angemessener Frist zu räumen. Bei der Aufhebung von ganzen Grabreihen kann die Benachrichtigung und Fristansetzung in den lokalen Presseorganen erfolgen.

Art. 11

1  Pflege und Instandstellung der Grabstätten obliegen den Angehörigen.
2  Bepflanzungen sind flach zu halten. Ziersträucher sind nur in der Flucht des Grabmals gestattet und dürfen dieses nicht überragen. Von künstlichen Pflanzen ist abzusehen.
3  Sträucher sind regelmässig zurück zu schneiden, damit sie die benachbarten Grabstätten und Wege nicht beeinträchtigen.
4  Abfälle sind in den Abfallmulden zu deponieren.

Art. 12

Unterbleiben Pflege, Instandstellung oder Räumung der Grabstätten nach Ablauf der Grabesruhe trotz Mahnung der Friedhofkommission, so stellt diese dem Kirchenrat Antrag auf Ersatzvornahme zu Lasten der Angehörigen. Nicht abgeholte Grabmäler und Gegenstände werden nach Ablauf der angesetzten Abholfrist von der Kirchgemeinde auf Kosten der Angehörigen entsorgt.    

Art. 13

Für Schäden an Grabmälern, Grabschmuck und dergleichen übernimmt die Kirchgemeinde keine Haftung.

Art. 14

Unbefugtes Befahren des Friedhofes, dessen Verunreinigung sowie das Mitführen von Tieren sind untersagt.


V. Gemeinschaftsgrab


Art. 15

1  Blumen und Kränze dürfen während 30 Tagen ab Urnenbeisetzung an der dafür vorgesehenen Stelle belassen werden. Verwelkte Blumen werden entfernt. Da eine einheitliche Bepflanzung vorhanden ist, sind keine weiteren Bepflanzungen oder persönlicher Grabschmuck gestattet.
2  Im Gemeinschaftsgrab wird die weiche Tonurne anonym oder mit Namensnennung beigesetzt. Die Beschriftung wird vom Kirchenrat in Auftrag gegeben. Sie wird nach Ablauf der Grabesruhe von 10 Jahren ohne weitere Ankündigung wieder entfernt.
3  Die Kosten für die Inschrift, sowie den einmaligen Beitrag an den Unterhalt des Grabes während der Grabesruhe, sind in der Gebührenordnung festgelegt. 


VI. Bestattungs- und Grabkosten


Art. 16

1  Für die Aufbahrung und die Bestattung sowie die Erstellung, Pflege und Unterhalt von Grabstätten durch die Kirchgemeinde ist von den Angehörigen eine Gebühr zu entrichten.
2  Bei Verstorbenen ohne Angehörige erhebt der Kirchenrat die Gebühr zu Lasten des Nachlasses.
3  Bei mittellos verstorbenen Gemeindeeinwohnern wird die Gebühr bei der politischen Gemeinde erhoben.


VII. Grabmiete


Art. 17

Für die Belegung von Einzelgräbern durch verstorbene Nichtkirchgemeindebürger mit letztem Wohnsitz in der Gemeinde Galgenen und durch Auswärtige ist eine einmalige Mietgebühr zu entrichten.


VIII. Grabvorbehalte


Art. 18

1  Ein Doppelgrab wird nur bewilligt, wenn bei der Friedhofkommission um die Zuweisung und Reservation der zweiten GrabsteIle nachgesucht wird (Grabvorbehalt).
2  In bestehenden Mehrfachgräbern können weiterhin Bestattungen stattfinden, sofern die entsprechenden Grabvorbehalte begründet wurden.
3  Ein Grabvorbehalt dauert längstens bis zum Ablauf der Grabesruhe der zuerst, bei Mehrfachgräbern der zuletzt, belegten Grabstelle.
4  Grabvorbehalte müssen vom Kirchenrat genehmigt werden. Es wird ein Vertrag ausgefertigt.
5  Der Kirchenrat erhebt eine zum voraus zu bezahlende Gebühr.
6  Grabvorbehalte können nicht übertragen werden. Bei Verzicht verfällt die bezahlte Gebühr zu Gunsten der Kirchgemeinde.
7  Kann der Grabvorbehalt wegen Änderung des Friedhofs oder der Friedhofordnung nicht mehr aufrechterhalten werden, so besteht nur Anspruch auf Reservation und Zuweisung einer anderen Grabstätte.


IX. Schlussbestimmungen


Art. 19

Gegen Verfügungen des Kirchenrates kann nach Massgabe der Verordnung über die Verwaltungsrechtspflege beim Regierungsrat Beschwerde erhoben werden.

Art. 20

Widerhandlungen gegen dieses Reglement werden nach den Vorschriften der Strafprozessordnung mit Haft oder Busse bestraft.

Art. 21

1  Der Kirchenrat erlässt eine Gebührenordnung.
2  Die zu erhebenden Gebühren haben sich nach dem Äquivalenzprinzip zu richten. In diesem Rahmen dürfen von Nichtkirchgemeindebürgern mit letztem Wohnsitz in der Gemeinde Galgenen und von Auswärtigen höhere Gebühren als von Kirchgemeindebürgern bzw. auch dort Gebühren erhoben werden, wo sie den Kirchgemeindebürgern erlassen wird.

Art. 22

Die Friedhofverordnung vom 22. Juli 1935 wird aufgehoben.

Art. 23

Dieses Reglement tritt nach Genehmigung durch die Kirchgemeinde (Urnenabstimmung) mit Genehmigung des Regierungsrates in Kraft.



Angenommen mit Urnenabstimmung vom 6. Juni 1993 und in Kraft getreten mit Genehmigung durch den Regierungsrat mit Beschluss Nr. 1208 vom 3. August 1993.

Die Änderungen der Art. 4 und 15 (Neunummerierung der Art. 16 – 23) wurden an der Kirchgemeindeversammlung vom 29. November 2010 angenommen.